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1242
Markgraf Hermann V. von Baden stirbt an den Folgen der Verwundungen, die er sich in der Mongolenschlacht bei Liegnitz zugezogen hat, und wird zunächst in Backnang beigesetzt. Seine Witwe, Markgräfin Irmengard, beginnt die Pläne zur Gründung eines Klosters als Grablege der Familie im Tal der Oos in die Tat umzusetzen.
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1245
Der zuständige Straßburger Bischof lehnt die Gründung des Klosters ab. Die Oos wird umgeleitet, das zu gründende Kloster liegt nunmehr am rechten Ufer und gehört somit zum Bistum Speyer. Aus dem Kloster Wald bei Meßkirch kommen einige Cistercienserinnen und nehmen unter Leitung der 1. Äbtissin Trudindis das klösterliche Leben auf. Zunächst wohnen sie in provisorischen Holzbauten. Die Söhne der Markgräfin übergeben in der Gründungsurkunde vom März 1245 ihrer Mutter die nötigen Grundrechte, um dem Kloster die Existenzgrundlage zu sichern.
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1248
Lichtenthal wird in den Cistercienserorden aufgenommen.
Am 3. November wird die Klosterkirche geweiht. Die sterblichen Überreste Hermanns V. werden überführt und vor dem Altar beigesetzt. Markgräfin Irmengard überträgt ihre Witwengüter dem Kloster und lebt fortan im Konvent.
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1252
Das Klostergebäude wird eingeweiht.
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1260
24. Februar: Markgräfin Irmengard stirbt und wird neben Hermann V. vor dem Hochaltar beigesetzt. Zum Andenken an die Stifterin erhalten die Bewohner des Tales seitdem am Fest des Apostels Matthias das geweihte "Mathisbrot".
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1288
Schenkung des Dorfes Geroldsau und Stiftung der Fürstenkapelle.
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1322
Die romanische Klosterkirche wird durch einen gotische Chorabschluss nach Osten erweitert.
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14. und 15. Jahrhundert
Bis Mitte des 14. Jh. gute innere und äußere Entwicklung des Konvents. Ende des 14. Jh. Niedergang des geistlichen Lebens und der klösterlichen Disziplin. 1426 Reform durch den Orden, Nonnen von Königsbrück, Elsass kommen nach Lichtenthal zur inneren Erneuerung. Rege Schreibtätigkeit unter Leitung der Lichtenthaler Schreibmeisterin Sr. Regula. Lateinische Andachtsbücher werden in niederalemannische Mundart übertragen. Durch Initiative der Äbtissin Margaretha von Baden Ende des 15. Jh. Ausgestaltung der Klosterkirche mit kostbaren Werken spätgotischer Kunst.
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1525
Zeit der Bauernkriege. Die Nonnen flüchten vor den heranziehenden Bauern, das Kloster bleibt von einer Plünderung verschont.
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16. Jahrhundert
Zeit der Reformation. Die badischen Markgrafen schwanken zwischen lutherischem und katholischem Bekenntnis. Lichtenthal muss mehrfach um seinen Bestand fürchten. Den Äbtissinnen dieser Zeit, Rosula Röder, Barbara Vehus, Anna von Mörsperg und Margaretha Stülzer, gelang es, den Konvent sicher und konsequent gemäß den Ordensidealen zu führen.
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1570
Wiederbesiedlung des Klosters Friedenweiler durch Lichtenthaler Schwestern.
1618 - 1648
Zeit des 30-jährigen Krieges. Das Kloster wird zwar auch durch die schwedischen Truppen bedroht, aber wunderbar gerettet. Maria, die Schlüsselmuttergottes, hat sich als Beschützerin erwiesen. 1644 müssen die Schwestern fliehen und werden in verschiedenen Klöstern aufgenommen.
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1689
Im pfälzischen Erbfolgekrieg wird die Stadt Baden durch die französischen Truppen niedergebrannt. Die Lichtenthaler Nonnen waren in der Kriegszeit teilweise in anderen Klöstern untergekommen. Äbtissin Euphrosina Lorenz bleibt mit wenigen Klosterfrauen zurück. Das Kloster leidet schweren Schaden, wird aber nicht niedergebrannt.
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1707
Markgraf Ludwig Wilhelm, der "Türkenlouis" stirbt. Sein Herz wird vor dem Hochaltar der Fürstenkapelle beigesetzt. Seine Witwe, Markgräfin Sybilla Augusta, wird eine große Gönnerin des Klosters.
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1728 - 1734
Instandsetzung der Klosterkirche, Abriss des baufälligen Konventgebäudes aus dem 13. Jahrhundert und barocker Neubau durch den Architekten Peter Thumb.
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1771
Die katholische Linie des markgräflichen Hauses Baden-Baden stirbt aus, die Regierung geht an die protestantische Linie Baden-Durlach. Lichtenthal erlebt unter Äbtissin Thekla Trück eine Zeit ruhiger innerer Entwicklung.
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1796
Revolutionskriege. Das Kloster muss mehrfach erhebliche Kriegsabgaben an die französischen Truppen zahlen. Die Klosterfrauen fliehen zum Teil nach Schmalbach.
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1803
Organisationsedikt von Markgraf Karl Friedrich, das die Säkularisation in Baden einleitet. Lichtenthal kann unter schweren Einschränkungen als klösterliche Kommunität bestehen bleiben. Haus und Grundbesitz werden enteignet, Kunstschätze und Handschriften gehen zum großen Teil in das Eigentum des Staates über.
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1811
Das "Regulativ", eine Vorschrift zur Lebensweise religiöser Gemeinschaften, greift tief in das monastische Leben ein. Der Konvent kämpft zäh um die Erhaltung der cisterciensischen Lebensweise. Abtrennung vom Orden, da alle deutschen Männerklöster des Cistercienserordens aufgehoben sind.
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1815
9. Februar: Eröffnung des "Lehrinstituts für die Beuerner Mädchenjugend". Die Schule besteht bis heute.
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1877
Die Lichtenthaler Mädchenschule wird im Kulturkampf als simultane staatliche Volksschule anerkannt. Aber die badische Regierung genehmigt nur noch Lehrerinnen die Aufnahme in das Kloster.
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1883
Gründung des Tochterklosters Mariengarten in St.Pauls-Eppan bei Bozen in Südtirol als Zufluchtsort im Falle einer Ausweisung der Schwestern.
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1900
Lichtenthal wird durch Papst Leo XIII. als Cistercienserinnenkloster unter der Jurisdiktion des Erzbischofs von Freiburg anerkannt.
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1919
Mit der Gültigkeit der Weimarer Verfassung endet die Aufsicht des Staates über die Klöster. Das "Regulativ",das ein monastisches Leben fast unmöglich machte, gilt nicht mehr. Lichtenthal bemüht sich um Wiederanschluss an den Cistercienserorden.
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1925
Lichtenthal wird wieder dem Orden angegliedert, bleibt aber unter der Jurisdiktion des Erzbischofs von Freiburg. Die Aufsicht wird an den Abt von Wettingen/Mehrerau delegiert.
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1928 - 1947
Unter Äbtissin Bernarda Geiler Wiedereinführung des feierlichen Chorgebetes und des Gregorianischen Chorals. Gefährdung von Schule und Kloster durch das Nazi-Regime. Um nicht nur von der Schule abhängig zu sein, Einrichtung von Kunstwerkstätten.
1945
700-Jahr-Feier des Klosters. Die Gemeinschaft feiert dieses Jubiläum in aller Stille und stickt einen kostbaren Dreikönigs-Ornat.
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1968
Umgestaltung der Klosterkirche nach dem 2. Vatikanischen Konzil. Entfernung der Übermalungen und Wiederherstellung des einfachen gotischen Stils der frühen Cistercienser.
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1967-1975
Umwandlung der klostereigenen Landwirtschaft in einen Pachtbetrieb in der Rheinebene durch Tausch von Ländereien.
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1980 -1990
Schrittweiser Umbau der leer stehenden Ökonomiegebäude zu Gästehäusern.
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1993
Erzbischof Oskar Saier verzichtet auf sein Recht der Jurisdiktion. Lichtenthal wird wieder voll in den Orden inkorporiert.
1995
750-Jahr-Feier des Klosters.
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