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Meister Eckhart und die Frage nach dem “Ich” – Welche Rolle spielt das “Ich” in personalen Wandlungsprozessen?

23. Oktober, 17:00 - 25. Oktober, 13:30

Lektüre und Kontemplation mit Texten von Meister Eckhart (1260 – 1328)

In den unterschiedlichsten spirituellen Traditionen ist immer wieder unisono die Rede vom Unterschied zwischen einem „egoistischen Ich“ und einem „wahren Selbst“. Die mit dieser Unterscheidung ausgedrückte ethische Wertung verbindet sich mit dem Anspruch, unser so genanntes „egoistisches Ich“ zugunsten unseres „wahren Selbst“ hinter sich zu lassen.

Doch wie geht eine solche Transformation? Bevor diese Frage beantwortet werden kann, muss geklärt sein, welche verschiedenen Rollen dieses „Ich“ im Gefüge unserer psychischen Struktur insgesamt spielt – und ob es überhaupt gänzlich überwunden werden kann und soll. Vielleicht bedarf es auch nur gewisser Einschränkungen und Kanalisierungen der Aktivitäten des Ichs, ohne dass es je vollständig überwunden werden sollte und könnte?
Andererseits stellt sich die Frage, was denn das „wahre Selbst“ ist, zu dessen Gunsten das „Ich“ aufgeben werden soll. Vielleicht sollten aber die egoistischen Züge des „Ichs“ zu Gunsten eines ganz Anderen als dem so genannten „wahren Selbst“ abgebaut werden? Auch hier besteht spiritueller Klärungsbedarf.

Meister Eckharts Schriften können uns helfen, auf diese Fragen sinnvolle und hilfreiche Antworten zu finden, indem sie zeigen, worin das „Ich“ eigentlich gründet und welche Doppelrolle es spielt. Das „Ich“ ist nicht von vornherein nur negativ zu deuten, sondern bildet die Basis alles spirituellen und weltlichen Wirkens und Erleidens. Denn selbst in einem Gipfelerlebnis der Anwesenheit in der Gegenwart Gottes oder der Transformation durch Gott, stellt sich die Frage, wer oder was dieses „Ich“ ist, das diesen Prozess erlebt oder am Ende auch nur erleidet.

Das Seminar wendet sich sowohl an Suchende, die mit Meister Eckhart noch nicht vertraut sind, als auch an fortgeschrittene Kenner der Eckhartschen Texte. Was uns alle dabei verbindet, ist die ernsthafte Frage nach der letzten, uns unverfügbaren Wirklichkeit und die damit einhergehende Frage nach einem wesenhaften Leben als ganzer Mensch. Ein solches Bedenken und Fragen schließt auch diejenigen suchenden Menschen mit ein, für die Gott nicht existiert.

Im Zentrum stehen die gemeinsame Lektüre und Interpretation ausgewählter Texte Meister Eckharts. Vorkenntnisse werden nicht erwartet, nur die Bereitschaft, sich auf die Gedanken Meister Eckharts verstehend einzulassen. Angeleitete, kontemplative Übungen ergänzen die Lektüreeinheiten. Auch den eigenen Erfahrungen und Fragen auf dem inneren Weg wird angemessen Raum gegeben.

Leitung:
Siegfried Rombach M.A., Theologe und Philosoph
Ines Rombach, Pädagogin, Ausbildung in Seelsorge und Kunsttherapie

Kursgebühr: 90,- €
Unterkunft/Verpflegung: ab 129,- €
Verpflegungspauschale ohne Unterkunft: 57,- €

 Kurs Meister Eckhart Oktober (PDF, 775,3 KB)

Details

Beginn:
23. Oktober, 17:00 Uhr
Ende:
25. Oktober, 13:30 Uhr
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Gästehaus